Der „Böhmische“ (1)

Wernersreuth

Wie viele Dörfer rund um Neualbenreuth ist auch Wernersreuth eng mit dem Wirken des Klosters Waldsassen verknüpft, auch die erste urkundliche Erwähnung von 1140 als „Wernherisrvte“. Auf 606 m liegt es inmitten der nach fast 900 Jahren immer noch nahezu vollständig erhaltenen, nach Süden abfallenden Rodungsinsel auf die auch der Ortsname (…reuth von roden) zurückzuführen ist. So ist der Ort gut geschützt gegen den kalten bis eisigen „Böhmischen Wind“, der hier des öfteren bläst.

Der „Böhmische“ ist ein böiger meteorologischer Fallwind, ähnlich dem Fön in Südbayern, der besonders im Winterhalbjahr deutlich spürbar ist. Wenn sich über dem Böhmischen Becken ein Hochdruckgebiet festgesetzt und sich ausreichend Kaltluft angesammelt hat, werden die unteren Luftschichten zum Rand und über die Höhenzüge von Oberpfälzer und Bayerischen Wald gedrückt. Auch in Sachsen, Ober- und Niederösterreich ist dieses Phänomen spürbar, da auch hier Böhmen (Tschechien) von Mittelgebirgen deutlich begrenzt wird.

Meist führt der trockenkalte Wind zu einem sonnigen Bilderbuch-Wetter. Treffen jedoch von Westen kommende Warmfronten im Winter auf den Böhmischen Wind, führt die Wetterlage zu kräftigem Schneefall oder auch Eisregen. Das garantiert in Lagen ab 1000 Meter oft Schneesicherheit bis in das Frühjahr hinein.

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